Chronik 2010 feierte unser Verein sein vierzigjähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass ist es den Redakteuren unserer Jubiläumszeitschrift “Ü40” gelungen, ein Interview mit einem renommierten Historienexperten zur Geschichte des Vereins zu führen. Ü40: 40 Jahre sind ein stattliches Alter für einen Verein, der so jung geblieben ist. Herr Klein, neben Ihrer Funktion als Schriftführer sind Sie der inoffizielle Historienexperte des Vereins. Berichten Sie unseren Lesern doch, wie alles begann. David Klein: Es begab sich im September 1970, dass ein Visionär namens Werner Hussung einige junge begnadete Musiker von den Straßen Limbachs holte, um sich scharte und ein junges erfolgreiches Orchester gründete. Schon drei Jahre später stellten sie sich der Jury der BSM-Wertungsspiele. Ü40: Eine beachtliche Leistung in so kurzer Zeit. Konnten denn neue junge Musiker bei diesem Niveau überhaupt noch integriert werden? D. K.: Die ersten Musiker waren natürlich die Crème de la Crème von Limbach, so dass es für andere Musiker sehr schwierig wurde, sich in das Hauptorchester einzufügen. So wurden für neue Musiker ein Schüler- und ein Anfängerorchester gegründet. Ü40: Nach unseren Recherchen war der Musikverein nur kurze Zeit eine Sparte des Gesangvereins. Wie kam es zu dem gewagten Schritt in die Selbständigkeit? D. K.: Wer die Musiker des Hauptorchesters schon einmal singen hörte, kann sicher nachvollziehen, warum der Schwerpunkt auf die Blasmusik gelegt wurde und man 1975 unter dem Namen "Musikverein Limbach e. V." einen eigenen Weg ging. Dieser Umbruch wurde genutzt, um die Nachwuchsarbeit zu fördern und die ersten Früherziehungsgruppen zu bilden. Ü40: Internationale und nationale Kontakte zu anderen Orchestern wurden schon früh gepflegt. Erzählen Sie uns darüber. D. K.: Schon 1978 besuchte uns erstmals die Dukeries College Band aus Ollerton in England, mit denen wir eine enge Freundschaft pflegen. Nahezu im jährlichen Wechsel besuchen wir sie oder sie kommen mit zahlreichen Musikern zu uns - so wie dieses Jahr. Auch zur Banda de Musica de Torrox aus Spanien besteht eine Verbindung, leider können sie dieses Jahr nicht wie geplant zum Jubiläum kommen. Auch gemeinsame Auftritte, Veranstaltungen oder Konzerte mit anderen Orchestern aus der Region spielen schon seit Bestehen des Orchesters eine wichtige Rolle. Ü40: Aus Rundfunk und TV wissen wir, dass das Orchester auch auf internationalen Bühnen begeistern kann und schon diverse Auszeichnungen erhalten hat. Welche Highlights können Sie uns nennen? D. K.: Unvergesslich war die Teilnahme am inter-nationalen Musikfestival in Prag 1996, bei dem das Hauptorchester den Sieg in der Mittelstufe schaffte und Harald Theisen als bester Dirigent des gesamten Festivals ausgezeichnet wurde. Gerade ein Jahr später wurde das Orchester beim internationalen Wettbewerb in Aix-les-Bains bestes deutsches Orchester. 2007 schlossen wir "mit sehr gutem Erfolg" bei den Wertungsspielen des Bundesmusikfestes in Würzburg ab. Ü40: Unsere Leser interessieren sich auch für die Menschen, ohne die diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen wäre - die Dirigenten und Vorsitzenden des Vereins. D. K.: Erster Dirigent war Werner Hussung, heute ist er Ehrendirigent. Nach 17 Jahren toller Arbeit wurde er vom heutigen Dirigenten Harald Theisen abgelöst, der die Leistung des Orchesters auf hohem Niveau hält, dabei neue Musiker gut integriert und viel Spaß und Freude an der Musik vermittelt. Neben ihnen haben auch die Dirigenten der Jugendorchester gute Arbeit geleistet. Erster Vorsitzender war Robert Russy, er wurde von Hans Eifler abgelöst - beide sind heute Ehren-vorsitzende. Nach Hubertus Seibert führt heute Susanne Bach-Bernhard den Verein. Sie legt neben guter Jugendarbeit und einem leistungsfähigen Verein auch viel Wert auf den Zusammenhalt im Orchester und die Freundschaft zu unseren Partnerorchestern.   Ü40: Sie haben gerade die Jugendarbeit angesprochen. Wie ist es um den Nachwuchs bestellt? D. K.: 1994 wurde der Musikverein mit dem "Robert-Klein-Preis für vorbildliche Jugendarbeit" durch den BSM ausgezeichnet. Seit 2004 geben wir in Workshops Kindern und Erwachsenen die Gelegenheit, die verschiedenen Instrumente des Orchesters auszuprobieren. Bisher wurden sehr viele Kinder in Früherziehungsgruppen, Anfänger- und Schülerorchester bei uns ausgebildet, hatten eigene Auftritte und verschiedenste Freizeit- aktivitäten. Die heutigen Kinder sind die Zukunft unseres Vereins!   Ü40: Die vielen Konzertreisen nach England, Spanien, Frankreich, in die Tschechei etc. sind sicher ein Ansporn für die jungen Musiker. Da lohnt es sich doch dabei-zubleiben! D. K.: Das stimmt! Neben den schon zum Standard gehörenden Aufenthalten in England haben wir wirklich schon viele Reisen unternommen. Mit uns kann man zu Orten fahren, die man sonst selten sieht, z. B. Kalifornien oder Brasilien. So sind wir beispielsweise auch schon mit der Marinekameradschaft an die Ostsee gefahren und haben auch echte Kranzniederlegungen erlebt. Einige Musiker können hierzu sicher viel berichten. Auch Fahrten ohne Instrumente, wie etwa der legendäre jährliche Besuch von Weihnachtsmärkten in Deutschland und Umgebung, gehören zum Programm. Ü40: Aber nicht nur auf internationaler Bühne feiert der Verein Erfolge. Auch das kulturelle Angebot vor Ort wird durch die vielen Konzerte und Jubiläen bereichert. Können Sie uns die Höhepunkte nennen? D. K.: Zu den besonderen Veranstaltungen gehören natürlich die zahlreichen Jubiläen, die wir immer über mehrere Tage mit Festkommers und Showabenden, wie zum Beispiel der "Wild West Show" oder dem "Bayerischen Abend" gefeiert haben. Daneben gaben wir auch viele Konzerte in der Region, vor allem natürlich in Limbach, aber auch beispielsweise Galakonzerte im Homburger Saalbau. Besonders gut in Erinnerung bleiben uns grandiose Shows in der Limbacher Dorfhalle wie "Manegenzauber" mit echter Zirkuskuppel und Artisten sowie die "Halloween Music Show". Ü40: Vielen Dank für dieses Interview, Herr Klein. Wir wünschen ein gelungenes Fest. David Klein - der Historienexperte